Bauernregeln

Volkssprüche über das Wetter

Bauernregel Sonntag 6. Januar 2008

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Gustav Schwab

Die Legende von den heiligen drei Königen

 

1. Romanze

Wie auf einen Berg im Morgenlande zwölf Sternseher gesetzt wurden

Umströmt von seiner Kräuter Düften
und überwallt von edlem Holz,
der höchste, steigt aus blauen Lüften
ein Berg, des Morgenlandes Stolz.
Steil ist der Pfad und lang die Reise,
doch oben herrlich Tag und Nacht;
auf seinem Gipfel stehn zwölf Greise
und schauen in des Himmels Pracht.

Sie hüllen sich in die Gewande
und schlummern über jeden Tag,
der unter ihnen auf die Lande
umsonst sein Licht verbreiten mag.
Sie lassen sich vom Nachthauch wecken,
der durch der Bäume Wipfel fährt;
den Sternen, die den Himmel decken,
ist dann ihr Auge zugekehrt.

Mit allen Wunderzeichen schimmert
das Buch des Himmels aufgerollt;
was unten nur wie Silber flimmert,
das leuchtet hier wie reines Gold.
Ward in den Sternen je gelesen
der irdische Geschicke Pfand,
so ist es dieser Berg gewesen,
auf dem der Seher Gottes stand.

Auch diese stehen, zu erkunden
in dem Gestirn des Himmels Rat,
doch haben sie noch nicht gefunden
ihr Saatkorn in der rechten Saat;
Den Stern, der herrlich, überschwenglich,
vor allen andern strahlenvoll,
ein Licht, ein Feuer unvergänglich
den blinden Helden zünden soll.

Den Stern, den Bileam verkündigt,
der einem König strahlen wird,
der einst die ganze Welt entsündigt,
und herrschen soll, der Völker Hirt.
So lautete der Spruch des Weisen
an das erstaunte Morgenland,
das rief den himmelskundgen Greisen,
zu wachen auf des Berges Rand.

Die Hoffnung kürzt des Weges Ferne,
sie ebnet rings den steilen Pfad,
erhellt die alten Augensterne,
macht den gebeugten Nacken grad.
Und ist im Tod ihr Blick zerronnen,
den langes Forschen aufwärts zog,
so wecken ihn die tausend Sonnen,
zu denen seine Sehnsucht flog.

Copyright © 2006 by Karin Rohner

 

2. Romanze
Wie der Stern erschien.

3. Romanze
Wie drei Könige sich aufmachten, dem Sterne zu folgen.

4.Romanze
Wie die Könige fuhren.
5. Romanze
Wie die Könige zusammen kamen.

6. Romanze
Wie die Könige in Jerusalem einzogen und zu Herodes kamen.
7. Romanze
Was den Königen auf ihrer Fahrt nach Bethlehem begegnete.
8. Romanze
Wie die Könige zu Bethlehem das Kind Jesus fanden und es anbeteten.

9. Romanze
Wie Joseph mit der Jungfrau und dem Kinde floh.

10. Romanze
Wie Herodes die Kindlein in Bethlehem ermorden ließ.

11. Romanze
Wie die Könige nach Hause kamen und was weiter geschah.

12. Romanze
Wie die Könige Abendmahl hielten und starben.

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Deutsch: Kölner Dom – Bayernfenster – Detail: Die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige und Hirten
English: Cologne Cathedral – Windows „Bayernfenster“ – Three Wise Men

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Karl Kraus

Verbrecher gesucht

Weihnacht

Als ich am heiligen Abend mit einem Freunde reiste, um der Stimmung zu entgehen, zu der uns die Stimmung fehlte, erkannte ich, wie sich das Bild der Welt verändert hat, seitdem ihr die Stimmung vorgeschrieben ist. Drei Handlungsreisende, die in der dritten Wagenklasse nicht mehr Platz gefunden hatten, drangen in unser Coupé und begannen sofort von Geschäften zu sprechen. Sie sprachen aber in einem Ton, der etwa den Ernst jenes Lebens offenbarte, aus dem die Anekdoten ihren Humor schöpfen. Wir räumten das Feld, und nachdem wir eine Weile von draußen einem Kartenspiel hatten zusehen müssen, bekamen wir Plätze in der ersten Klasse angewiesen. Dort erkannte ich die Bedeutung dieses Abenteuers in dieser Nacht. Wer ohne Abschied von Gott den Zug bestiegen hat, wird ihn als guter Christ verlassen. Er ist bekehrt, er sehnt sich wieder nach dem Duft von Harz und Wachs und Familie. Ihm, nur ihm wurden solch heilige drei Könige gesendet … So hätten auch wir unsere Weihnacht erlebt, wenn nicht die Stimmung, der wir uns also ergeben mußten, durch eben jene wieder gestört worden wäre. Denn sie drangen nun auch in die erste Klasse und verlangten Genugtuung, weil sie vermuten zu können glaubten, daß wir uns über ihr morgenländisches Betragen beim Schaffner beschwert hätten. Sie sagten stolz, sie seien Kaufleute. Sie zogen die Stiefel aus und spielten Tarock. Sie borgten sich die Ehre von Gott in der Höhe, nahmen den Frieden von der Erde und waren den Menschen kein Wohlgefallen. Wir aber, die den Weihnachtstraum wieder entschwinden sahen, beugten uns vor der Übermacht der Religion, für die sie reisten … Wer vermöchte sich ihr zu entziehen? Sie drang aus der dritten empor in die zweite Klasse und sie übt Vergeltung bis in die erste Klasse. Im Diesseits und im Jenseits gewinnt sie um geringern Lohn den bessern Platz. Sie läßt das Leben nicht zur Ruhe kommen und in der Kunst erreicht sie es mühelos, daß man ihr die bequeme Geltung einräumt. Sie ist da, und man flüchtet auf den Korridor. Zieht man sich dann aber in die Unsterblichkeit zurück, so verschafft sie sich auch dort Einlaß. Sie ist da und dort. Vor der Allgewalt des Geschäftsreisenden ist in der Welt des heiligen Geistes kein Entrinnen.

Quellenangabe

Name Wert
author Projekt Gutenberg-DE
title Weihnacht
type essay
author Karl Kraus
publisher Verlag Volk und Welt
year 1971
sender Roland_Welcker@t-online.de (Roland Welcker)
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© Projekt Gutenberg

Heilige Drei Könige

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Anbetung der Könige,1475, Tempera auf Holz

Alessandro Botticelli: Anbetung der Könige,
1475, Tempera auf Holz

Anbetung der Könige, Kapitell, Kapitelsaal v. Saint-Lazare d'Autun

Anbetung der Könige, Kapitell, Kapitelsaal v. Saint-Lazare d’Autun

Mit dem Begriff Heilige Drei Könige bezeichnet die katholische Tradition die bei Matthäus erwähnten Weisen aus dem Morgenland. Im Neuen Testament steht weder, dass sie drei an der Zahl noch dass sie Könige gewesen seien. Letzteres ist aber nicht auszuschließen, da der Titel „König“ im Römischen Reich eine weitaus geringere Bedeutung hatte als im Mittelalter. Denn schon Tertullian, der römische Kirchenschriftsteller und Schöpfer der lateinischen Kirchensprache, hatte Anfang des 3. Jahrhunderts von ihnen gesagt, sie seien fast wie Könige aufgetreten. Die Legenda Aurea deutet sie als Sterndeuter, Philosophen und Zauberer.

Die Kirchen der Reformation halten sich an den Wortlaut der Bibel und sprechen deshalb von den „Weisen aus dem Morgenland“ gemäß Mt 2 LUT. Die evangelische Bezeichnung für den 6. Januar ist „Epiphanias“ (wörtlich „Erscheinung“), „Fest der Erscheinung Christi“. Dabei wird die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland als Evangelium in den evangelischen Gottesdiensten gelesen und/oder ausgelegt.

Inhaltsverzeichnis

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Bibel und historische Bezüge

Das Matthäusevangelium (Mt 2 EU) berichtet von Μάγοι από ανατολών (griechisch, Magoi apo anatolôn, Magier aus dem Osten), die den neugeborenen König der Juden suchen, weil sie seinen Stern im Aufgang gesehen haben (Mt 2,1-2 EU). Von daher könnte es sich um persische oder chaldäische Sterndeuter handeln (1 Petr 5,13 EU spricht von denen, die auserwählt sind zu Babylon).

Magoi wird im Griechischen allgemein für Magier verwendet, aber auch konkret für die iranisch-medische Priesterkaste aus dem medischen Priesterstamm der Mager, die bei Herodot, Strabon und Philo von Alexandria erwähnt sind und als zoroastrische Sternkundige, Ärzte, Priester und Gelehrte bezeichnet werden. Im Gegensatz dazu werden die babylonischen Sterndeuter, auf die die heutige westliche Astrologie zurückgeht, sowohl bei Daniel als auch bei Kirchenvätern als Chaldäer bezeichnet. Mehrere Kirchenväter (Clemens von Alexandrien, Basilius der Große, Johannes Chrysostomus und andere) machen einen klaren Unterschied zwischen Magoi und Chaldäern. Der Unterschied ist auch insofern bedeutend, als die Bibel von den Iranern (Persern) insgesamt ein wesentlich positiveres Bild zeichnet als von den Babyloniern — Babylon gilt als Inbegriff der Gottlosigkeit, die Perser werden dagegen als Anhänger desselben Gottes wie die Juden dargestellt.

Eine Möglichkeit bietet jedoch auch die Auslegung, dass gerade deshalb Babylonier kamen, um damit die Weltretterschaft des Neugeborenen zu demonstrieren.

Anbetung der Magier, 4. Jahrhundert

Anbetung der Magier, 4. Jahrhundert

Auf Wandgemälden der S.-Domitilla-Katakombe sind überraschenderweise vier statt der üblichen drei Könige dargestellt, in einer anderen Katakombe sind (wohl aus symmetrischen Gründen) nur zwei Könige mit phrygischen Mützen abgebildet. In einem ehemaligen Mosaik aus dem 6. Jahrhundert in der Geburtsbasilika in Betlehem sind sie mit persischen oder syrischen Kopfbedeckungen dargestellt. Diese Basilika wurde, im Gegensatz zu anderen Kirchen, von den Persern 614 nicht zerstört, vermutlich, weil sie auf dem Mosaik Landsleute erkannten. Die Zahl der Magoi auf den Wandgemälden variiert zwischen zwei und acht.

Ekbatana (heute Hamadan), die Hauptstadt von Medien und königliche Sommerresidenz hatte eine starke jüdische Präsenz: gemäß Esr 6,1 EU findet Darius im Archiv von Ekbatana Schriften bezüglich Jerusalem. Flavius Josephus berichtet, der Prophet Daniel habe als Minister und oberster Seher des persischen Königs Darius zeitweise dort gelebt, das Buch Tobias aus den deuterokanonischen Schriften bzw. Apokryphen des Alten Testaments (ca. 200 v. Chr.) spielt teilweise dort, das Grabmal von Königin Ester und Mordechai wird bis heute verehrt.

Ebenso verdichten sich die Indizien, dass die Magier aus Palmyra im heutigen Syrien gekommen sind. Die Stoffreste aus dem Kölner Dreikönigsschrein sind fast identisch mit den gut erforschten palmyrischen Geweben aus den fast 2000 Jahre alten Grabtürmen vornehmer Familien. Neben der Stadt befindet sich ein Berg, von dem man astronomische Beobachtungen machen kann. Mit Rennkamelen wäre man schnell in Jerusalem und nicht, unlogischerweise, monatelang unterwegs. Vor allen Dingen herrschte in Palmyra aber eine Sonderform der kanaanäischen Religion vor: der Wetter- und Fruchtbarkeitsgott Baalshamin mit zwei Untergöttern, dem Sonnen- und Mondgott. Deshalb müsste die dortige Priesterschaft allerbeste Beziehungen zu Mesopotamien gehabt haben und erlangte wohl von den seit der babylonischen Gefangenschaft dort verbliebenen Juden folgende Information. Denn schon Origenes (185-254), einer der größten – aber auch umstrittensten – Theologen der alten Kirche, nennt als erster die Dreizahl der Magier und schreibt:

Wenn nämlich von Moses die Prophezeiungen Balaams in die Heiligen Schriften aufgenommen worden sind, um wievielmehr wurden sie dann von den damaligen Bewohnern Mesopotamiens niedergeschrieben, bei denen Balaam hoch angesehen war und die bekanntlich Schüler seiner Kunst waren! Von ihm soll sich ja das Geschlecht der Magier und ihre Lehre im Osten herleiten. Da diese also die Niederschrift aller Prophezeiungen Balaams hatten, besaßen sie auch die: „Ein Stern wird aufgehen aus Jakob und ein Mann erstehen aus Israel.“ Diese Schriften hatten die Magier bei sich, und deshalb erkannten sie, als Jesus geboren wurde, den Stern und begriffen die Erfüllung der Prophezeiung, begriffen sie sie besser als das Volk Israel, das es verschmähte, die Worte der heiligen Propheten zu hören.

– Wienand, 1974, S. 49

Der Name „Balaam“ ist uns eher als „Bileam“ bekannt.

Die Magier, die ja zugleich auch Priester waren, interessierten sich für alle religiösen Dinge, also auch für den Moschiach (Messias) der Juden. Das zeigen die von C. Rawlinson 1881 veröffentlichten babylonischen Keilschrifttafeln, auf denen wiederholt Sätze vorkommen wie: „Dann wird ein großer König im Westland aufstehen, dann wird Gerechtigkeit, Friede und Freude in allen Landen herrschen und alle Völker beglücken“.

Jedoch schwankten die Meinungen über die Magier: Laut anderen Kirchenvätern waren sie „von Dämonen belehrt“. Daraus klingt die im alten Christentum übliche strikte Ablehnung der Astrologie mit.

Gerade aber dieser Aspekt machte, wie Amulettfunde belegen, die Magier auch bei Nichtchristen populär. Eine angelsächsische Darstellung auf dem Runenkästchen von Auzon, ein Schatzkästchen aus dem frühen 7. Jahrhundert, orientiert sich an der orientalischen Bildtradition, bei der Maria und Jesus sich (genauer: ihre Gesichter als Medaillons) auf einem Thronsessel, dem Betrachter zuwenden, während die Magier in devoter Haltung von links herankommen. Abweichend von jeglicher Tradition fügt der Schnitzer einen Odinsknoten (an. valknutr) und in Runen das Wort ‘MÆGI’ ein[1]. Die Stelle des Engels beim Thron nimmt ein Schwan oder eine Gans ein, die Tiergestalt der Fylgja. Sie ist der Schutzgeist, der hier wohl dem Kind zugeordnet ist. Eine Rosette, ungewöhnlich wegen ihrer 13 Blätter (statt 12 oder 16), mag als „ewiger Kalender“ auf das Gebundene Mondjahr mit seinen 13 Monaten hinweisen. Dies liegt nahe, da Maria – ähnlich wie die Erdmutter, deren Rolle sie übernimmt – dem Mond zugeordnet wird. Allerdings als Herrin und nicht als Gemahlin[2]. Mit dieser Darstellung sucht der Schnitzer den Beistand der Magier als großzügige Geber zu sichern.

Legenden über Zahl, Namen, Alter und Herkunft der Könige

Dreikönigsbild des Meisters von Meßkirch, um 1538

Dreikönigsbild des Meisters von Meßkirch, um 1538

In der kirchlichen Liturgie wurde Ps 72,10 EU (Die Könige zu Tharsis und auf den Inseln werden Geschenke bringen; die Könige aus Reicharabien und Seba werden Gaben zuführen.) und Jes 60 EU (Die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht […] Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkünden) wegen der erwähnten Geschenke mit den Magoi in Verbindung gebracht, und dies hat vermutlich dazu beigetragen, dass in der christlichen Legende aus den Magoi Könige wurden.

Die Dreizahl wird auf die drei Geschenke (Gold, Weihrauch, Myrrhe) zurückgeführt – auf frühen Gemälden sind es zwischen zwei und acht.

Als Namen kommen in der lateinischen Tradition ab dem Anfang des 6. Jahrhunderts Variationen von Vornamen vor, die von den Anfangsbuchstaben der Wörter im christlichen Segensspruch Christus mansionem benedicat abgeleitet wurden:

Dagegen heißen sie

In der Kunst werden sie oft auch als Jüngling, erwachsener Mann und Greis dargestellt. So schreibt schon ca. 730 Beda Venerabilis (oder sein Nachfolger) nach einer uralten griechischen Vorlage: der erste soll Melchior gewesen sein, ein Greis mit weißem Barte, der zweite Caspar, ein bartloser Jüngling, der dritte Balthasar, mit dunklem Vollbart (Tertius, fuscus, integre barbatus, Balthasar nomine). Dabei bezieht sich das lateinische Wort fuscus („dunkel, schwärzlich“) eindeutig auf den Bart und nicht auf die Hautfarbe, wie noch heute oft behauptet wird. Beda schreibt weiter: „Aber alle deren Kleider sind wie die der Syrer (Omnia autem vestimenta eorum Syriaca sunt)“. Die Zahl drei steht hier vermutlich auch für die drei Alter des Menschen.

Im 14. Jahrhundert glaubte man im christlichen Abendland, die Welt bestehe aus drei Kontinenten, nämlich Europa, Asien und Afrika. Daher verbreitete sich die Anschauung, die drei Könige symbolisierten die drei Kontinente. Da man Afrika zu dieser Zeit in der Regel mit dem von den Griechen als schwarzes Land bezeichneten Nordostafrika identifizierte, wurde der Vertreter Afrikas in der künstlerischen Darstellung zum Mohren. Dabei wird meistens der jüngste König Caspar auch als dieser Mohr bezeichnet. Doch finden sich bereits in anderen frühen Quellen Melchior und mitunter auch Balthasar als die Vertreter Afrikas. Diese Uneinheitlichkeit findet sich auch noch in neueren Traditionen und literarischen Darstellungen.

Die Bedeutung der Geschenke

Gold gilt als das angemessene Geschenk für einen König; das Jesuskind wird damit als der neugeborene König geehrt. Weihrauch gilt als das angemessene Geschenk für einen Priester; das Jesuskind wird damit als der kommende Hohepriester Israels bezeichnet, der für die Schuld der Gottesgemeinde vor Gott einsteht und die Sühnung vollbringt. Myrrhe als Heilpflanze, mit der Arznei zubereitet wird, ist das angemessene Geschenk für einen Arzt; dies ist ein Hinweis darauf, dass Jesus der von Gott gesandte Arzt und Heiler („Heiland“) ist.

Reliquien

Ebenfalls legendär ist:

  1. die Auffindung der Reliquien durch Flavia Iulia Helena Augusta, der Mutter des Kaisers Konstantin I. auf einer Pilgerfahrt in Palästina bzw. im Osten des Reiches
  2. die Schenkung der Reliquien durch einen der Söhne Konstantins I. an den Bischof Eustorgius
  3. die Übertragung der Reliquien nach Mailand im 4. Jahrhundert durch eben diesen Bischof.

1158 waren die Reliquien dann angesichts der ersten Belagerung Mailands durch Friedrich Barbarossa von der außerhalb der Stadtmauern gelegenen Eustorgius-Kirche in den Glockenturm der in der Stadt befindlichen Kirche St. Georg geschafft worden.

Am 23. Juli 1164 sind die angeblichen Gebeine der drei heiligen Könige dann nach Köln gelangt, wo sie bis heute im dortigen Dom verehrt werden. Der damalige Erzbischof, Rainald von Dassel, hatte sie nach der Eroberung von Mailand vom Kaiser Barbarossa als Geschenk erhalten. Darin drückte sich auch eine politische Absicht aus. Die Gebeine der sozusagen „ersten christlichen Könige“ sollten dem Reich Barbarossas eine sakrale Rechtfertigung ohne Abhängigkeit vom Papst verleihen.

Feiertag

Zu Ehren der Heiligen Drei Könige wird am 6. Januar in einigen katholischen Bundesländern Deutschlands, in Österreich und der Schweiz das Dreikönigsfest gefeiert.

In Deutschland ist der Dreikönigstag in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ein gesetzlicher Feiertag.

In den evangelischen Kirchen ist der 6. Januar „Epiphanias“; die darauf folgenden Sonntage werden als „Sonntage nach Epiphanias“ gezählt.

Die Tradition des Festes am 6. Januar geht zurück bis zur Antike, wo es bei den Griechen Brauch war, Dionysos und die Verwandlung von Wasser in Wein zu feiern.

Die Römer feierten Saturn 7 Tage lang. In dieser Epoche wurde der Begriff „König des Festes“ geprägt.

Brauchtum

In Frankreich, Spanien, in großen Teilen der Schweiz und in kleinen Teilen Österreichs wird am Dreikönigstag ein Gebäck namens Dreikönigskuchen (frz.: Galette des Rois, sp: Rosco de Reyes) aufgetischt.

Siehe auch: Sternsinger

Darüber hinaus gab es früher im ganzen deutschsprachigen Raum die Tradition des Drei-König-Singens. Als sogenannter Heischebrauch wurde er oftmals von unterprivilegierten Menschen dazu genutzt, sich in der kalten Jahreszeit ein Zubrot und einen Zehrpfennig zu verdienen. Diverse Lieder und Vortragstexte blieben bis heute erhalten. Die Vortragenden gingen für gewöhnlich mit einem Stern umher und hatten sich nach Möglichkeit als Könige gekleidet. In der alten Bischofsstadt Hildesheim (Niedersachsen, Deutschland) ist ein solcher Heischebrauch bis heute überliefert. So verlieh der Bischof vom Berge den Pflastersetzern (Patthökern) das Privileg diesen Brauch in der Stadt auszuüben. Vorgetragen wurde ein Sing- und Sprechspiel, das musikalisch begleitet mit Segenssprüchen für die Hausbewohner endet.

Siehe auch

Literatur

  • Alfred Becker: Franks Casket. Zu den Bildern und Inschriften des Runenkästchens von Auzon. Carl, Regensburg 1973, ISBN 3-418-00205-6. pp. 125 – 142: „Zur Ikonographie der Magierbilder“, „Darstellungen und Inschriften“
  • Manfred Becker-Huberti: Die Heiligen Drei Könige: Geschichte, Legenden und Bräuche. Greven, Köln 2005, ISBN 3-7743-0356-8
  • Konradin Ferrari d’Occhieppo: Der Stern von Bethlehem in astronomischer Sicht. 4. Auflage. Brunnen-Verlag, Gießen 2004, ISBN 3-7655-9803-8
  • Felix Timmermans: Das Triptychon von den Heiligen Drei Königen. Insel-Bücherei 362. Insel, Frankfurt am Main o.J. [1924], ISBN 3-458-08362-6
  • Rolf Lauer: Der Schrein der Heiligen Drei Könige. Schnell und Steiner, Regensburg 2004, ISBN 3-7954-1657-4
  • Franco Cardini: Die Heiligen Drei Könige im Palazzo Medici. Schnell und Steiner, Regensburg 2006, ISBN 3-7954-1689-2
  • H. Hofmann: Die Heiligen Drei Könige. Zur Heiligenverehrung im kirchlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben des Mittelalters. In: Rheinisches Archiv 94 (1975).

Weblinks

Commons
Commons: Heilige Drei Könige – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.franks-casket.de/deutsch/vorn02.html
  2. http://www.franks-casket.de/deutsch/anhang07.html

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Bibliografische Angaben für „Heilige Drei Könige

Sonntag, 6 Januar 2008 Verfasst von francisbacon | 2008-01-06 | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare