Bauernregel Sonntag 13. Januar 2008
Wilhelm Busch
Wenn ich dereinst
Wenn ich dereinst ganz alt und schwach,
Und’s ist mal ein milder Sommertag,
So hink ich wohl aus dem kleinen Haus
Bis unter den Lindenbaum hinaus.
Da setz ich mich denn im Sonnenschein
Einsam und still auf die Bank von Stein,
Denk an vergangene Zeiten zurücke
Und schreibe mit meiner alten Krücke
Und mit der alten zitternden Hand
So vor mir in den Sand.
| Quellenangabe | |
| Name | Wert |
| author | Projekt Gutenberg-DE |
| author | Busch, Wilhelm |
| title | Wenn ich dereinst |
| type | poem |
| sender | magnus.mueller@vetmed.uni-giessen.de |
| pfad | /wbusch/gedichte/collection.xml |
8. Trost im Leiden.
Ein Mann, der in großem Reichthum, in Wohlleben und Müßiggang gelebt hatte, verlor all sein Gut, und wurde darob ganz mißmuthig. Um sich zu zerstreuen und zu erholen, verließ er die Stadt, und ging so auf das Land. Er kam zuerst in ein Dorf; da sah er einen Bauer, der in seiner Scheune mit einer Schaufel das Getreide umwendete. Den fragte er warum er das thue? Der Bauer antwortete: damit das Getreide nicht Schaden leide, und in Fäulniß übergehe. Darauf kam er auf das Feld, und sah einen Bauer, der pflügte. Den fragt er auch: warum er das thue? Der Bauer antwortete: damit das Erdreich locker werde und Regen und Sonnenschein aufnehmen könne. Er ging weiter, und kam in einen Weingarten; da sah er einen Bauer, der die Reben beschnitt. Er fragte ihn gleichfalls, warum er das thue? Der Bauer antwortete: er beschneide die Reben, damit sie viele und gute Früchte tragen. – Da ging der Mißmuthige in sich, und sagte: Warum ängstet sich meine Seele so hart? Ich bin der Weizen, der geworfelt werden muß, damit er nicht faule. Ich bin das Erdreich, das aufgerissen wird, damit es Segen empfangen könne vom Himmel. Ich bin die Rebe, die beschnitten werden muß, damit sie gute Frucht trage für die Ewigkeit. – Demüthig trug er fortan sein Ungemach, als eine Züchtigung des Himmels.
| Quellenangabe | |
| Name | Wert |
| pfad | /aurbache/volksbch/volksbch.xml |
| type | legend |
| booktitle | Ein Volksbüchlein |
| author | Ludwig Aurbacher |
| year | 1878 |
| publisher | Philipp Reclam jun. |
| address | Leipzig |
| title | Ein Volksbüchlein |
| created | 20040403 |
| sender | gerd.bouillon |
| firstpub | 1827/1829 |
Sebastian (Heiliger)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sebastian (* in Mailand oder Narbonne; † um 288 in Rom), war ein römischer Soldat und wurde zu einem christlichen Märtyrer.
„Heiliger Sebastian“, Standflügel des Isenheimer Altars von Matthias Grünewald, um 1510
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Der Legende nach bekannte sich Sebastian, ein Offizier der kaiserlichen Garde, öffentlich zum Christentum, woraufhin Kaiser Diokletian ihn zum Tode verurteilte und von Bogenschützen erschießen ließ. In dem Glauben, er sei tot, ließ man ihn danach liegen. Sebastian war jedoch nicht tot und wurde von einer frommen Witwe mit dem Namen Lucina, die ihn beerdigen wollte, als lebend erkannt und wieder gesund gepflegt. Nach seiner Genesung kehrte er zu Diokletian zurück und bekannte sich erneut zum Christentum. Diokletian befahl daraufhin, ihn mit Keulen im Circus zu erschlagen. Seinen Leichnam warf man in die Cloaca Maxima, einen städtischen Abflussgraben in der Nähe des Tiber, aus dem er von Christen geborgen und ad catacumbas (deutsch: „in der Senke“) beerdigt wurde.
Als Variante existiert eine homosexuelle Version [1], nach der Sebastians Schönheit die Begehrlichkeit seines Vorgesetzten / des Kaisers erregte und er auf Grund seiner Weigerung, sich diesem hinzugeben, getötet wurde.
Schutzpatron
Der heilige Sebastian war schon immer ein beliebter Heiliger. Sebastian ist der Schutzheilige gegen die Pest, da man seiner Fürbitte das schnelle Erlöschen der Pest 680 in Rom zusprach. Sebastian ist Patron der Sterbenden, Eisenhändler, Töpfer, Gärtner, Gerber, Bürstenbinder, Stadt-/Gemeindepolizisten (D) und (I), Schützenbruderschaften, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisen- und Zinngießer, Steinmetze, Leichenträger und Brunnen; gegen Pest und Seuchen.
Zusammen mit dem Hl. Fabian ist er der Schutzheilige der Stadt Selm in Westfalen.
Spätestens seit der Renaissance wird der Hl. Sebastian meist auffallend gering bekleidet und oft recht „sexy“ dargestellt (laszive Haltung, Hervorhebung männlicher Körpermerkmale). Daher haben viele Schwule eine besondere Affinität zu ihm und er wird von manchen auch als ihr Schutzpatron angesehen. Dies spiegelt sich besonders in Darstellungen des heiligen Sebastian ab dem 20. Jahrhundert.[2][1]
Ikonographie
Die Legende des hl. Sebastian wird in der bildenden Kunst bereits im 5. Jahrhundert dargestellt. Typisch ist eine Darstellung als Krieger in häufig zeitgenössischer Rüstung mit Schild und Schwert.
In deutschen und niederländischen Darstellungen wird meist der von Wunden übersäte, magere Körper hervorgehoben. Häufig wird auch die gesamte Beschießungsszene gezeigt wie etwa bei Hans Memling. In solchen Darstellungen ist Sebastian meist an einen Baum gebunden. Darstellungen wie die von Matthias Grünewald auf dem Isenheimer Altar weichen davon bewusst ab, um damit eine besondere Bildaussage zu unterstreichen.
Herausstechend ist Georges de la Tours Darstellung des heiligen Sebastian in den Armen der ihn pflegenden Irene, die starke Anklänge an eine Pietadarstellung aufweist.
Gedenktag
- Katholisch: 20. Januar (Nicht gebotener Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender).
- Evangelisch: 20. Januar
- Orthodox: 24. Oktober oder 18. Dezember
Wallfahrtsorte
- San Sebastiano alle Catacombe in Rom
- St. Sebastian in Ebersberg
- Neualbenreuth in der Oberpfalz
- Waldershof
- Sankt Sebastian (am Rhein) nahe Koblenz
- St. Sebastian in Haisterkirch Waldkapelle auf dem Grabener Höhenrücken
Weblinks
| Commons: Heiliger Sebastian – Bilder, Videos und Audiodateien |
- Literatur von und über Sebastian (Heiliger) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- The Iconography of Saint Sebastian – eine umfangreiche Sammlung von Bildern, Dokumenten und Literaturverweisen zum Hl. Sebastian
- Bilder und Beschreibung (italienisch) der Sebastians-Katakomben
- Ausstellung „Sebastian oder Die schwule Kunst zu leiden“ des Centrums Schwule Geschichte, Köln
- Saint Sebastian: Umfassende Würdigung Sebastians als kulturelles Phänomen
- „Religionspädagogische Plattform im Internet“: Virtuelle Bildergalerie
- St. Sebastian-Slideshow
Einzelnachweise
- ↑ a b Oskar Ters: Die Legende des Heiligen Sebastian – Ein Vergleich zwischen den lateinischen Quellen und den mittelalterlichen Übersetzungen unter besonderer Berücksichtigung und Transkription der Handschrift 717 II der Bibliotheque Municipale zu Colmar, Diplomarbeit für Philosophie, Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, GRIN Verlag 2000, ISBN 3-638-10059-6
- ↑ Ursula Baatz: „Jung, hübsch, gequält“, ORF, 31. Januar 2004
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sebastian |
| KURZBESCHREIBUNG | christlicher Märtyrer |
| GEBURTSORT | Mailand oder Narbonne |
| STERBEDATUM | um 288 |
| STERBEORT | Rom |
- Diese Seite wurde zuletzt am 4. Januar 2008 um 16:25 Uhr geändert.
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Bibliografische Angaben für „Sebastian (Heiliger)“
- Seitentitel: Sebastian (Heiliger)
- Herausgeber: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
- Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
- Datum der letzten Bearbeitung: 4. Januar 2008, 15:25 UTC
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- Datum des Abrufs: 9. Januar 2008, 11:08 UTC

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