Bauernregel Sonntag 17. Februar 2008
Die Krähen
Heiß, heiß der Sonnenbrand
Drückt vom Zenit herunter,
Weit, weit der gelbe Sand
Zieht sein Gestäube drunter;
Nur wie ein grüner Strich
Am Horizont die Föhren;
Mich dünkt’, man müßt’ es hören,
Wenn nur ein Kanker schlich.
Der blasse Äther siecht,
Ein Ruhen rings, ein Schweigen,
Dem matt das Ohr erliegt;
Nur an der Düne steigen
Zwei Fichten dürr, ergraut,
Wie Trauernde am Grabe,
Wo einsam sich ein Rabe
Die rupp’gen Federn kraut.
Da zieht’s im Westen schwer
Wie eine Wetterwolke,
Kreist um die Föhren her
Und fällt am Heidekolke;
Und wieder steigt es dann,
Es flattert und es ächzet,
Und immer näher krächzet
Das Galgenvolk heran.
Recht, wo der Sand sich dämmt,
Da lagert es am Hügel;
Es badet sich und schwemmt,
Stäubt Asche durch die Flügel,
Bis jede Feder grau;
Dann rasten sie im Bade
Und horchen der Suade
Der alten Krähenfrau,
Die sich im Sande reckt,
Das Bein lang ausgeschossen,
Ihr eines Aug’ gefleckt,
Das andre ist geschlossen;
Zweihundert Jahr und mehr
Gehetzt mit allen Hunden,
Schnarrt sie nun ihre Kunden
Dem jungen Volke her:
»Ja, ritterlich und kühn all sein Gebar!
Wenn er so herstolzierte vor der Schar
Und ließ sein bäumend Roß so drehn und schwenken,
Da mußt’ ich immer an Sankt Görgen denken,
Den Wettermann, der — als am Schlot ich saß,
Ließ mir die Sonne auf den Rücken brennen —
Vom Wind getrillt mich schlug so hart, daß baß
Ich es dem alten Raben möchte gönnen,
Der dort von seiner Hopfenstange schaut,
Als sei ein Baum er und wir andern Kraut! —
»Kühn war der Halberstadt, das ist gewiß!
Wenn er die Braue zog, die Lippe biß,
Dann standen seine Landsknecht’ auf den Füßen
Wie Speere, solche Blicke konnt’ er schießen.
Einst brach sein Schwert: er riß die Kuppel los,
Stieß mit der Scheide einen Mann vom Pferde.
Ich war nur immer froh, daß flügellos,
Ganz sonder Witz der Mensch geboren werde:
Denn nie hab’ ich gesehn, daß aus der Schlacht
Er eine Leber nur bei Seit’ gebracht.
»An einem Sommertag — heut sind es grad
Zweihundertfünfzehn Jahr, es lief die Schnat
Am Damme drüben damals bei den Föhren —
Da konnte man ein frisch Drommeten hören,
Ein Schwerterklirren und ein Feldgeschrei,
Radschlagen sah man Reuter von den Rossen,
Und die Kanone fuhr ihr Hirn zu Brei!
Entlang die Gleise ist das Blut geflossen,
Granat und Wachtel liefen kunterbunt
Wie junge Kiebitze am sand’gen Grund.
»Ich saß auf einem Galgen, wo das Bruch
Man überschauen konnte recht mit Fug;
Dort an der Schnat hat Halberstadt gestanden,
Mit seinem Sehrohr streifend durch die Banden,
Hat seinen Stab geschwungen so und so;
Und wie er schwenkte, zogen die Soldaten —
Da plötzlich aus den Mörsern fuhr die Loh’,
Es knallte, daß ich bin zu Fall geraten.
Und als kopfüber ich vom Galgen schoß,
Da pfiff der Halberstadt davon zu Roß.
Er hustet, speit ein wenig Sand und Ton,
Dann hebt er an, ein grauer Seladon:
| Quellenangabe | |
| Name | Wert |
| type | poem |
| author | Annette von Droste-Hülshoff |
| title | Gedichte 1844 |
| booktitle | Gesammelte Werke, Band II: Gedichte |
| year | 1948 |
| publisher | Liechtensteinverlag, Vaduz |
| editor | Reinhold Schneider |
| pages | 01.07.32 |
| sender | belmekhira@hotmail.com |
| created | 20010426 |
| firstpub | 1844 |
| pfad | /droste/1844/book.xml |
Aesop
Die Taube und die Krähe
Eine Taube brüstete sich unter andern Vögeln mit ihrer Fruchtbarkeit: „Ich brüte“, sagte sie, „jährlich acht bis zwölf Junge aus, atze sie, lehre sie fressen und fliegen, fliege mit ihnen auf die Kornfelder und lebe froh mit Kindern, Enkeln und Urenkeln, während ihr andern Vögel kaum ein Paar aushecket!“
„Still!“ sagte eine Krähe, die dies mit anhörte, „prahle doch ja nicht mit einem Gegenstand, der dir so unendlich viel Kummer und Leid verursacht! So viele Junge du hast, so viele Male hast du Trauer anzulegen. Kaum haben sie die ersten Federn, so sind sie auch schon auf den Tafeln der Menschen.“
So ist’s im Leben: Kurze Freud, viel Leid und doch halten die Freuden unserem Gedächtnis länger nach.
Raben und Krähen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Raben und Krähen | ||||||||||
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| Systematik | ||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||
| Corvus | ||||||||||
| Linnaeus, 1758 |
Die Raben und Krähen bilden zusammen die Gattung Corvus in der Familie der Rabenvögel (Corvidae).
Die Gattung umfasst 42 Arten. Die größeren Vertreter werden als „Raben“, die kleineren als „Krähen“ bezeichnet. Hierbei handelt es sich jedoch um keine biologische Unterscheidung (Taxon).
In Europa kommen der Kolkrabe, die Aaskrähe, die Saatkrähe und die Dohle vor.
Als das Krähen bezeichnet man weiter auch den typischen Vogellaut, den neben Rabenvögeln auch andere Vögel von sich geben, etwa Haushähne und andere männliche Fasanenvögel.
Inhaltsverzeichnis |
Namensherkunft
Die Bezeichnung Krähe ist in fast allen indoeuropäischen Sprachen ein lautmalerischer Name, der ihre typischen Lautäußerungen nachahmt. Im Althochdeutsch nannte man sie „krâwa“, im Mittelhochdeutsch wurde sie zur „krâ“, „kraeje“, „kreie“ oder „krowe“ und das Altslawische kennt sie als krâja.
Rabe ist verwandt mit mittelhochdeutsch „rabe“, althochdeutsch „hraban“, niederländisch „raaf“, englisch „raven“ und altisländisch „hrafn“ verwandt. Es stammt von der lautmalerischen Wurzel „ker“, von der auch „Harke“ und „krächzen“ abgeleitet ist. Die Wurzel ahmt scharrende, raschelnde oder kratzende Geräusche nach. Der Rabe ist damit also ein Krächzer.[1]
Menschen – Krähen und Raben
Mythologie
Die auffälligen Krähen und Raben spielen weltweit eine Rolle in Sagen und Märchen. Demnach haben alte Götter und Könige ihre Weisheit, Intelligenz und Flugfähigkeit genutzt. Parallel dazu spielen diese Vögel auch eine Rolle im Volks- und Aberglauben.
In der nordischen Mythologie symbolisiert der Rabe die Weisheit, der Gott Odin hatte stets die beiden Kolkraben Hugin und Munin bei sich, die auf seinen Schultern saßen und ihm berichteten, was auf der Welt vor sich ging. König Artus soll in einen Raben verwandelt worden sein. Dem griechischen Gott Apollon waren die Raben heilig (siehe Koronis (Mythologie)). Die Bibel berichtet im Alten Testament, dass Noah einen Raben aus der Arche Noah sandte. Der spätere, christliche Glaube verteufelte den Raben und sah in ihm das Böse.
Rabenkrähe mit Nuss im Schnabel auf einem städtischen Parkplatz
Eine Rolle spielt die Krähe auch in nordamerikanischen Indianer-Märchen, wo sie im Gegensatz zu westafrikanischen Märchen eine positive Rolle inne hat. In Indien begleiten Krähen die Göttin Kali. In christlichen Sagen ist die Krähe der Bote des Heiligen Oswald. Hexen und Zauberer vermögen sich in Krähen zu verwandeln, ein Motiv, das der Kinderbuchautor Otfried Preußler sehr ausführlich in seinem Buch Krabat aufgegriffen hat.
Auch in der heutigen Zeit sind Raben und Krähen beliebte Tiere für Geschichten, Filme und Lifestyle. Beispiele dafür sind Geschichten wie The Crow oder der Frontmann der finnischen Rockband The Rasmus, der Rabenfedern als Erkennungszeichen im Haar trägt.
Volksglaube
Der Volksmund äußerte früher die Überzeugung, dass die Krähe das Weibchen des Raben sei. Ihre schwarze Farbe erklärte man sich durch eine Verfluchung. Ihre hässlichen Jungen hätten einen so schweren Kopf, dass sie mit dem Schwanz zuerst aus dem Ei kröchen. Schlüpften sie später als Gründonnerstag aus dem Ei, würden sie zu Dohlen.
Tower-Raben
Einer Legende nach droht der englischen Monarchie ein katastrophales Ende, wenn die auf dem Tower of London lebenden Raben diesen verlassen. Deshalb werden dort eigene Raben gehalten. Damit die Raben auch im Tower bleiben, werden die Flügel gestutzt.
Der Rabe als Haustier
Trotz ihrer bemerkenswerten Fähigkeit, Wörter und kurze Sätze sprechen zu lernen, werden heute kaum noch Raben oder Krähen als Haustiere gehalten. Zwar kann der Raben Keckheit auch lästig fallen, doch für den Verhaltensforscher Konrad Lorenz überwogen eindeutig die Freuden der Rabenhaltung:
- „Wenn ich auf einem Spaziergang in den Donauauen den sonoren Ruf des Raben höre und auf meinen antwortenden Ruf der große Vogel hoch droben am Himmel die Flügel einzieht, in sausendem Falle herniederstürzt, mit kurzem Aufbrausen abbremst und in schwereloser Zartheit auf meiner Schulter landet, so wiegt dies sämtliche zerrissene Bücher und sämtliche leergefressenen Enteneier auf, die der Rabe auf dem Gewissen hat.“ (Konrad Lorenz: Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen. dtv, München 1964)
Intelligenz
Einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge sind Raben und Krähen die Vögel mit der größten Intelligenz.[2] Beispielsweise zeigen sie in Experimenten die Fähigkeit, komplexe Handlungen im voraus zu planen. Beim Verstecken von Futter zeigen sie sowohl große Merkleistungen, als auch die Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen. Ein Rabe scheint zu wissen, dass ein Futterversteck nur dann sicher ist, wenn er beim Verstecken nicht beobachtet wird. Zudem legen sie ein erstaunliches Lernverhalten an den Tag (z. B. Herstellung von Werkzeug, Nutzen des Straßenverkehrs zum Knacken von Nüssen und Früchten). Häufig sieht man sie auch als Begleiter von Wölfen oder anderen Raubtieren, um diesen dann, mit ihrer berüchtigten Frechheit, in Gruppen die erlegte Beute abzujagen.
Arten
Junge Kolkraben in Island
Schildrabe in Namibia
- Raben und Krähen (Corvus)
- Aaskrähe (Corvus corone) mit den Unterarten:
- Nebelkrähe (C. c. cornix)
- Rabenkrähe (C. c. corone)
- Amerikanerkrähe (C. brachyrhynchos)
- Antillenkrähe (C. leucognaphalus)
- Banggaikrähe (C. unicolor)
- Bennettkrähe (C. bennetti)
- Borstenrabe (C. rhipidurus)
- Bougainvillekrähe (C. meeki)
- Braunkopfkrähe (C. fuscicapillus)
- Buntschnabelkrähe (C. woodfordi)
- (C. boreus)
- Celebeskrähe (C. typicus)
- Dickschnabelkrähe (C. macrorhynchos)
- Dohle (C. monedula)
- Elsterdohle (C. dauricus)
- Erzrabe (C. crassirostris)
- Fischkrähe (C. ossifragus)
- Floreskrähe (C. florensis)
- Geierrabe (C. albicollis)
- Geradschnabelkrähe (C. moneduloides)
- Gesellschaftskrähe (C. mellori)
- Glanzkrähe (C. splendens)
- Greisenkrähe (C. tristis)
- Guamkrähe (C. kubaryi)
- Halsbandkrähe (C. torquatus)
- Hawaiikrähe (C. hawaiiensis)
- Jamaikakrähe (C. jamaicensis)
- Kapkrähe (C. capensis)
- Kolkrabe (Corvus corax)
- Kubakrähe (C. nasicus)
- Mexikanerkrähe (C. imparatus)
- Molukkenkrähe (C. validus)
- Neuhollandkrähe (C. coronoides)
- Palmenkrähe (C. palmarum)
- Saatkrähe (C. frugilegus)
- Salvadorikrähe (C. orru)
- Schildrabe (C. albus)
- Sinaloakrähe (C. sinaloae)
- Sundakrähe (C. enca)
- Sundkrähe (C. caurinus)
- Tasmankrähe (C. tasmanicus)
- Weißhalsrabe (C. cryptoleucus)
- Wüstenrabe (C. ruficollis)
- Aaskrähe (Corvus corone) mit den Unterarten:
Literatur
Als Aasfresser taucht der Rabe bereits im Kinderlied auf („… fällt er in den Graben, fressen ihn die Raben …„). Berühmte Beispiele aus der Literatur sind die Rabenschlacht in „Das Odfeld“ von Wilhelm Raabe und das Gedicht „The Raven“ von Edgar Allan Poe. Dem Raben als Haustier hat Wilhelm Busch in seiner Bilder- und Verserzählung Hans Huckebein, der Unglücksrabe ein literarisches Denkmal gesetzt. Bekannte Beispiele aus dem 20. und 21. Jahrhundert sind das Gedicht Der Rabe Ralf von Christian Morgenstern und die Kinderbuchreihe Der kleine Rabe von Annet Rudolph.
- Bächtold-Stäubli, Hanns & Hoffmann-Krayer, Eduard (Hrsg): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Walter de Gruyter Verlag 1987, ISBN 3-11-011194-2 (Unveränderter photomechanischer Nachdruck der Ausgabe von 1927), Band 5, Stichwort Krähe, Band 7, Stichwort Rabe
- Epple, Wolfgang: Rabenvögel. Göttervögel – Galgenvögel. Ein Plädoyer im ‘Rabenvogelstreit’, Braun Verlag 2001, ISBN 3765081353
- Heinrich, Bernd: Die Seele der Raben. Eine zoologische Detektivgeschichte., Fischer Taschenbuch 1994, ISBN 3596116368 (vergriffen)
- Heinrich, Bernd: Die Weisheit der Raben, List Verlag 2002, ISBN 3471794379 (vergriffen)
- Mäck, Ulrich & Jürgens, Maria-Elisabeth & Boye, Peter: Aaskrähe, Elster und Eichelhäher in Deutschland, Landwirtschaftsverlag 1999, ISBN 3784338046
- Müller, F. & Müller, D. G. (Hrsg) (2004): Wildbiologische Informationen für den Jäger – Band 2 Federwild, Verlag Kessel, www.forstbuch.de, ISBN 3935638604, 729 S.
- Savage, Candace: Bird Brains – Intelligence of Crows, Ravens, Magpies and Jays, Greystone Books, 1997, ISBN 1550545655
- Schmidt, Thomas: Gefiederte Nachbarn – Vögel in Stadt und Garten, Edition Rasch & Röhring im Tecklenborg Verlag 2001, ISBN 3924044899
Siehe auch
Weblinks
- wissenschaft.de: Krähen haben eine angeborene Begabung für die Herstellung und den Gebrauch von Werkzeugen
- Krähen in Norddeutschland
- Videos über Raben und Krähen an Internet Bird Collection
- Rabenvögel: Jungvogel-Ratgeber, Arten und Haltung
- Raben, Runen und Magie
- Was Sie schon immer über Rabenvögel wissen wollten.
- Raben
- Kolkraben
- Rabenkrähen
- Rabenvögel – besser als ihr Ruf
- Rabenvögel – Vorurteile und Fakten
- Ausrottung und Wiederansiedlung von Raben
- Rabe Kraxi – Website einer Raben-Forscherin & Autorin
- Manfred Dworschak: Intelligenzbestien – Schmarotzen machte Raben schlau Artikel auf Spiegel.de (April 2007)
- Raben als taktische Betrüger
Einzelnachweise ]
- ↑ Grünter Dodrowski, Paul grebe u.A.: Duden. Etymologie. Herkunftswörrterbuch der deutschen sprache. Bibliographisches Institut Mannheim, Wien Zürich. Dudenverlag 1963 ISBN 3-411-00907-1
- ↑ http://news.bbc.co.uk/1/hi/sci/tech/4286965.stm
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- Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2008 um 22:32 Uhr geändert.
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Bibliografische Angaben für „Raben und Krähen“
- Seitentitel: Raben und Krähen
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